Archiv für August 2010

Solidemo nach Übergriffen auf antirassistische Fußballfans in der Ukraine und Russland

Kein Angriff bleibt unbeantwortet!
Solidarität mit allen Opfern faschistischer Gewalt – Weltweit!

Wenn in Kiew bei einem Fußballspiel durch Transparente Solidarität mit inhaftierten Antifaschist_innen aus Russland ausgedrückt wird, muss Mensch um das eigene Leben bangen. Ein junger Mann der sich am 15. August dieser – in der rechts-geprägten Fußballszene der Ukraine – ungewöhnlichen Geste anschloss, liegt mit mehreren Stichwunden in der Lunge im Krankenhaus. Nach dem Spiel wurden die als antirassistisch und antifaschistisch geltenden Arsenal Kiew-Fans von 50 Neonazis überfallen. Die Angreifer waren mit Messern und Schlagringen bewaffnet und riefen „Heil Hitler“ und „White Power“. Während des Kampfes drohten die Neonazis, die Arsenal Kiew-Fans umzubringen – einem bewusstlos auf dem Boden liegenden Antifaschist wurde mit einem Messer erst in den Brustkorb und anschließend drei Mal in den Rücken gestochen. Seine Lunge wurde schwer verletzt, nach einer Operation ist sein Zustand zunächst stabil. Ein anderer Antifaschist wurde mit herausgeschlagenen Zähnen, vorübergehendem Gedächtnisverlust und Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht. Andere Arsenal-Fans erlitten unterschiedlichste Verletzungen, u.a. schwere Verbrennungen im Gesicht. Nur einen Tag vorher stürmten in Pushkin (südlich von St. Petersburg) etwa 100 – laut Augenzeug_innen paramilitärisch organisierte – teilweise Vermummte ein Stadion und gingen u.a. mit Schreckschusswaffen, Messern und Wurfgeschossen auf die anwesenden linken Fußballfans los. Einige der Angreifer waren bereits durch andere Übergriffe mit neonazistischem Hintergrund einschlägig bekannt. Auch hier ist es reine Glückssache, dass es keine Toten gab. Die Polizist_innen vor Ort griffen weder ein noch forderten sie Verstärkung an.
Dem Vorgehen der militanten Neonazis liegt ein Trend zu Grunde: In Russland gab es im Jahr 2008 110 rassistisch motivierte Morde, 2009 waren es 71. Die Zahlen für die Ukraine sind unzuverlässiger, da auch hier die Strafverfolgungsbehörden häufig die Verfolgung der Straftaten verweigern und aktiv an der Beschneidung der Rechte der Opfergruppen durch Erpressung, Drohung und Anwendung physischer Gewalt beteiligt sind.
In zahlreichen osteuropäischen Staaten organisiert sich eine radikale Rechte, die nicht mehr Randgruppe, sondern schon tief verwurzelt im Bewusstsein und politischen Handeln der Gesellschaft ist. Bewaffnete rechte Milizen trainieren in der Ukraine und in Russland für die Machtübernahme. Nazis verüben Anschläge und Morde gegen Migrant_innen aus dem Kaukasus. Mobs aus Bürgern, Neo-Nazis und Staatsmacht greifen gemeinsam Gay-Pride-Paraden wie z.B. in Warschau, Budapest oder Moskau an. Auch in Deutschland haben Quantität und Qualität von Naziübergriffen in den letzten Jahren und Wochen zugenommen. So kam es in der letzten Woche zu 2 Brandanschläge auf linke Wohnprojekte in Dresden. Auch in Freiberg wurden Geschäfte von Migranten_innen angezündet. In Chemnitz, Radeberg und Meerane wurden ebenfalls in den letzten Wochen linke Projekt und Menschen von Nazis angegriffen.

Wir wollen mit der Demonstration uns mit jenen Menschen solidarisieren, die sich offen gegen die Nazis stellen und dafür ermordet, verletzt und verfolgt werden. Wir sind nicht bereit dem Schweigen und verharmlosen der Angriffe weiter tatenlos zu zuschauen. Wir wollen unsere Solidarität auf die Straße tragen und lautstark und unmissverständlich unseren Protest vor der russischen und ukrainischen Vertretung üben, denn in der Ukraine als auch in Russland wollen die Ermittlungsbehörden von ideologisch-politischen Hintergründen der Taten nichts wissen, die Angriffe werden als Hooliganismus und somit unpolitisch abgetan.
Zeigen wir, dass uns die Opfer des Naziterrors, egal ob in Russland, der Ukraine, Deutschland oder weltweit, nicht egal sind!

Siempre Antifascista!

27.August (Freitag) 19 Uhr – Karl-Liebknecht-Str. Ecke Scharnhorststr. (Kant-Gymnasium)

http://left-action.de




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