Her mit dem schönen Leben!

K R _ S E – Ich kaufe ein I und löse Krise…

Es ist mächtig was los in der Welt. Die Mächtigen sind los in der Welt. Es liegt was in der Luft. Der Kapitalismus, da sind sich immer mehr Menschen auch in Deutschland einig, funktioniert doch nicht so richtig, wie mensch das gern hätte. Oder er funktioniert zu gut, alles eine Frage der Perspektive. Dennoch steigt die Unzufriedenheit auch in den Wohlstandzentren, zu denen Deutschland mit gehört. Das größere Proteste bisher ausbleiben ist für viele unverständlich aber sicher auch der Schwäche der radikalen Linken zuzuschreiben. Kein Wunder also das vor einigen Wochen ein Kongress stattfand, der bezeichnender Weise mit „Antifa in der Krise“ überschrieben war. Und JA, wir stecken in einer Krise. Uns fehlt die Utopie.

Während Montagsdemos wie Pilze aus dem Boden sprießen, während sich soziale Kämpfe ausbreiten (z.Bsp. Spanien & Brasilien), während sich Menschen gegen ihre Regierung wenden und versuchen diese zu stürzen, während Kriege um Rohstoffe eskalieren, während ganze Landstriche durch Umweltverbrechen zerstört und für Mensch und Tier unbrauchbar gemacht werden, während die Welt wie wir sie kennen sich immer mehr wandelt, stehen wir daneben und staunen ungläubig. Hier und da versuchen sich Menschen mit einer Analyse, üben Kritik, aber mehr auch nicht. Auf linken Demos träumen nicht Wenige von der Revolution, der Abschaffung des Kapitalismus, der Erschaffung einer emanzipierten Gesellschaft, die frei von Diskriminierung und Herrschaft ist. Warum auch nicht?! Das sind Träume, die ich auch habe. Doch wie kommen wir dahin?

Sicher gibt es hier und da Theorien, wie die Welt ohne Kapitalismus aussehen könnte. Anarchismus oder wahlweise Kommunismus werden in diesem Zusammenhang gern ins Rennen geschickt. Doch auch hier gibt es viele Verschiedene Lesarten und Strömungen, die nur eins zeigen, wir, als radikale Linke, haben dem Kapitalismus nichts Ausgereiftes entgegen zu setzen.

Der Siegeszug des Kapitals ist unbeschreiblich. Der Kapitalismus gleicht schon fast einem Naturgesetz. Ein Leben ohne, nicht vorstellbar. Denn Kapitalismus ist mehr als Kommerz, mehr als Lohnarbeit, mehr als Banken, mehr als Geld und Schulden, mehr als Wirtschaftsform. Vielmehr ist es ein System von Notwendigkeiten sowie Abhängigkeiten die den gesamten Globus überzogen haben. Viel zu groß um von Einzelnen ergründet und beschrieben zu werden, viel zu komplex um von Einzelnen gezielt gesteuert werden kann. Kein Wunder also, dass sich Kritiker_innen und Gegner_innen regelmäßig in Analysen die Zähne ausbeißen und auf der Stelle treten.

Sollte es uns irgendwann einmal gelingen, dem jetzigen System eine Alternative, die unabhängig davon funktioniert, entgegen zu stellen, dann wird der Traum von einer emanzipierten Gesellschaft vielleicht doch irgendwann wahr. Doch um da hin zu kommen, müssen wir uns die richtigen Fragen stellen und gemeinsam die Antworten suchen. Die fehlende Utopie ist ein Puzzle, ein Puzzle aus Fragen und den richtigen Antworten. Die Utopie, unsere Utopie, muss ein Modell der Welt werden, das einer Weltformel gleich, die Widersprüche der Realität auflöst und nicht durch Phrasen negiert.
Was meine ich damit? Wenn heute von einer emanzipatorischen Gesellschaft gesprochen wird, dann wird davon ausgegangen das es eine Selbstverständlichkeit ist, dass es Diskriminierung nicht mehr gibt, weil die Gründe für Diskriminierung im kapitalistischen Zusammenhängen zu suchen und finden sind. Sprich, das Wesen des Menschen ist von Natur aus gut und der Kapitalismus macht das Wesen des Menschen schlecht. Doch was ist, wenn der Kapitalismus überwunden ist, aber Menschen immer noch andere Menschen diskriminieren, einfach aus angeborener Bosheit?!

Ich bin überzeugt davon, die Menschheit bewegt sich auf dünnem Eis. Die Zerstörung der Umwelt, die damit einhergehende klimatischen Katastrophen, die Verödung ganzer Landstriche, Hunger, Durst, Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt, Kriege, für all das werden wir Tribut zollen müssen. Wie dieser Tribut aussehen wird, wie lange das noch so weiter geht vermag ich nicht zu sagen, doch wir stehen vor der Wahl. Weiter machen wie bisher, eventuell hier und da eine Nische finden, in der der Kapitalismus erträglicher gestaltet wird und dabei weiter von der Revolution träumen, oder anfangen die richtigen Fragen zu stellen und zusammen ein Modell von der Utopie entwickeln.

Sicherlich werden wir weder heute noch morgen alle Fragen gestellt geschweige denn beantwortet haben. Daher ist es wichtig auch weiterhin dafür zu kämpfen, das Leben im Kapitalismus für alle irgendwie erträglich zu machen. Doch dabei darf es nicht bleiben, dann irgendwann ist es zu spät für unsere Zukunft.

Darüber hinaus hoffe ich, dass mit der Entwicklung einer Utopie, auch die Antifa über den Status einer jugendlichen Rebellion hinaus kommt. Denn wenn nur ein Bruchteil derer, die sich in ihrer Jugend Antifas genannt, „A – Anti – Antikapitalista“ gerufen und mit Abschluss der Ausbildung/Studium im Kapitalismus häuslich eingerichtet haben, weiter politisch aktiv geblieben wäre, wer weiß wo wir heute schon stehen könnten…

Pacy



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